Kreatives Schreiben: PopsongLet’s write a new hit!

Yeah, yeah, yeah, it don’t matter, baby, all I ever wanted was dance with you – wer sich so äußert, der singt wahrscheinlich einen pop song. Eine Folge aus vier Akkorden und eine Melodie, die sofort ins Ohr geht, und schon ist er fertig, der neue Hit. Die Schüler erarbeiten den typischen Aufbau eines PopsongS, finden ein geeignetes Thema und schreiben mit Textbausteinen die lyrics für ihren eigenen Hit. Wer möchte, kann seinen Song auch mithilfe von Playbacks als Ballade oder auch etwas rockiger vertonen und in der Klasse vortragen.

Popmusiker auf der Bühne

Vier Akkorde reichen aus: Hier entsteht der erste eigene Popsong der Schüler | Photo by Marcus Neto on Unsplash CC-SA-20

|

Musik bietet viele produktionsorientierte Ansätze, in denen schon junge Lernende syntaktische oder grammatikalische Strukturen wie auch Wortschatz individuell und kreativ erwerben und festigen. In dieser Unterrichtseinheit schreiben die Lernenden einen eigenen Popsong und experimentieren dabei mit den neuen Wörtern der Sprache, deren Klang- und Rhythmussystem und syntaktischen Strukturen, ohne dass dabei komplexere Sätze oder Texte entstehen müssten – denn das ist bei Popsongs gar nicht erforderlich…

Den Aufbau eines Popsongs kennenlernen

An einem Beispieltext erarbeitet die Lerngruppe gemeinsam mit der Lehrkraft die typischen Strukturen bzw. Komponenten eines Popsongs. Die Struktur von Popsongs folgt typischerweise dem Muster von

  • verse
  • chorus
  • verse
  • chorus
  • bridge
  • chorus.

Das lässt sich sehr amüsant erarbeiten an dem Song „How to write a love song“ der australischen Comedy-Rockband Axis of Awesome. Der Song arbeitet musikalisch und textlich mit den wunderschönsten Klischees, um den typisch seichten Popsong aus dem Radio zu karikieren: to show you how much I really care it sounds like every other one. Die Lyrics kommentieren, was musikalisch passiert “The beat kicks in and then I sing a bit more rhythmically/ To make it sensual I sing it in a minor key “, „Now that's the first verse and now I'm gonna take it to the bridge.“). Etwas ausführlichere Erläuterungen mit vielen Songbeispielen finden sich hier.  

Themen und sprachliche Besonderheiten sammeln

Auch die typischen Themen von Popsongs werden an dieser Stelle thematisiert. Dazu bringen die Schüler Songs und deren Songtexte in den Unterricht mit. Aus denen sammeln sie typische Phrasen wie „Oh, baby!“, „I wanna dance …”, „Oh, yeah”, „It don’t matter.“, „I don’t wanna know about ....” und viele andere mehr sammeln, die ihnen vielleicht auch aus dem Radio im Gedächtnis geblieben sind. Mit älteren Lernenden kann man reflektieren, durch welche Merkmale der gesprochenen Sprache die lyrics gekennzeichnet sind und wie man dies für sich nutzen kann.

Die korpuslinguistische Forschung, z.B. der Linguist Valentin Werner von der Universität Bamberg, hat dazu zehn typische sprachliche Merkmale von Popsongs identifiziert:

  • The lexical density is lower compared to other text types.
  • Specific moments and places are commonly not referred to. They are kept vague.
  • Ain’t is used as a feature of informal expression.
  • Double negatives (ain’t never, won’t nobody) are used.
  • Many self-referential expressions (me, I) and you-referents are used without referring to a specific person.
  • More female pronouns (she, her) than male pronouns (he, him) are used.
  • Non-standard forms of personal and possessive pronouns are used (e.g. so me say, but me know)
  • The third person -s is often not used (she don’t).
  • Innovative features appear (e. g. new words are created, words are spelt differently, innovative grammatical structures are used etc.).
  • Taboo words are used (e. g. fuck, shit).

Lyrics selber schreiben

Nun schreiben die Lernenden selbst einen Popsong. Dafür finden sie sich mit einem Partner zusammen, der ähnliche musikalische und thematische Interessen hat. Sollte es Musiker in der Klasse geben, die z. B. gemeinsam in einer Band spielen, bietet es sich an, als Gruppe an dieser Aufgabe zu arbeiten. Lerner können je nach Interessenslage und Begabung aus zwei Optionen wählen: Entweder schreiben sie nur die lyrics und tragen diese vor. Dazu erhalten sie eine Übersicht über die zehn sprachlichen Merkmale von Popsongs und Beispiele für rhyming words bzw. Hinweise auf online rhyming dictionaries wie rhymezone oder rhymer, in denen die Lernenden passende Reimwörter für ihren Song finden.

Vollständigen Song schreiben

Etwas anspruchsvoller ist es, die lyrics zu einer vorgegeben Melodie zu schreiben. Viele Popmusiker gehen so vor: Ihnen fällt zunächst eine Melodie ein, die sie dann betexten bzw. im Wechselspiel zwischen Musik und Text an ihrem Song arbeiten. Angeblich ist auch der Song „Yesterday“ von den Beatles so entstanden: Die Melodie fiel Paul McCartney vor dem Frühstück ein, so dass der Originaltext dieses Klassikers zunächst lautete: „Scrambled eggs, oh, my baby, how I love your legs…“, wie der Telegraph berichtet. Bekanntlich hat McCartney den Text später noch etwas angepasst.

So lautet die Empfehlung für die Schüler, sich zuerst auf eine Melodie („lalala“) zu konzentrieren und davon ausgehend zu überlegen und auszuprobieren, wie die lyrics untergebracht werden können bzw. ob diese noch verändert werden sollten. Dabei können die Schüler entscheiden, ob sie lieber eine Ballade oder einen Rocksong betexten möchten. Englischlehrer und Gitarrist Alexander Hallet, der Herausgeber der Ausgabe „Music“ hat eigens für den Fremdsprachlichen Unterricht Englisch entsprechende Playbacks komponiert.

Beiden Playbacks liegt eine sehr häufige vorkommende Akkordprogression für die Playbacks zugrunde, nämlich

I – V – VI – IV (C-G-Am-F) (happy version)

VI – IV – I – V (Am-F-C-G) (sad version)

Diese Akkordprogression kommt z. B. in No Vacancy von OneRepublic, Love von Lana del Rey, With or without you von U2 und im deutschen Hit Atemlos von Helene Fischer vor.

Vielleicht gibt es ja Sänger und Sängerinnen mit Erfahrung in der Klasse, die den Song komplett alleine vorsingen oder in einer Band spielen möchten. Lassen sich von den Talenten überraschen!

Literatur

Werner, Valentin (2012): “Love is all around: a corpus-based study of pop music lyrics.” In: Corpora 7/1: 19 – 50.


Zum kostenlosen Playback Ballade

Zum kostenlosen Playback Rocksong

Zum ausführlichen Unterrichtsvorschlag

30 % Rabatt für Referendare – und weitere Vorteile
Das rechnet sich!

30 % Rabatt für Referendare – und weitere Vorteile

Als Studierende oder Referendare erhalten Sie 30 % Rabatt auf das Jahres-Abo der Zeitschriften. Zusätzlich erhalten Sie dann als Abonnent weitere Preisermäßigungen für viele Produkte des Verlags.

Mehr erfahren

Informiert bleiben mit dem Newsletter von unterricht-englisch.de

Fachnewsletter Unterricht Englisch

Exklusive Goodies  Unterrichtskonzepte
Neues vom Fach  Jederzeit kostenlos kündbar