World War IAll is calm, all is bright

„Silent night, holy night, All is calm, all is bright” tönt es an Weihnachten 1914 aus den Schützengräben: Deutsche und britische Soldaten unterbrechen den Krieg und spielen Fußball. Doch an Schlaf in himmlischer Ruhe ist nicht zu denken: Am nächsten Tag geht das Töten weiter. In kitschigen Bildern reinszeniert eine britische Supermarktkette den historischen Christmas Truce in ihrem Weihnachtswerbeclip 2014 – von Blut und Angst keine Spur. Darf sie das oder sollte der Werberat eine Rüge erteilen?

Christmas Truce 1014

An Weihnachten 1914 unterbrachen deutsche und britische Soldaten die Kampfhandlungen und spielten Fußball zwischen den Schützengräben The Illustrated London News, 9. 1. 1915 Public Domain

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Der Weihnachtswerbeclip von Sainsbury's knüpft hundert Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs an ein historisch verbrieftes Ereignis an: den Weihnachtsfrieden (Christmas Truce) von 1914. Dabei kam es zwischen Briten und Deutschen zu einer gemeinsamen Weihnachtsfeier, bei der sich verfeindete Soldaten im Niemandsland verbrüderten.

Der Clip

Im Werbeclip mündet die Begegnung der verfeindeten Armeen in eine Sequenz, in der die Soldaten ein Fußballspiel zwischen den Schützengräben austragen. Briten und Deutsche sind nicht mehr im hinterhältigen, ano­nymen Krieg begriffen, sondern stehen einander im fairen sportlichen Wettstreit gegenüber. Nach dem Fußballspiel verabschieden sich Otto und Jim, die jeweils die deutsche und britische Armee repräsentieren, von­einander und begeben sich wieder in ihre Schützengräben. Dort entdecken beide Soldaten in ihren Taschen bzw. in ihrer Brotdose ein Geschenk des anderen: Während Jim in seiner Dose ein Stück Brot von Otto findet, hat Otto von Jim eine Tafel Schokolade erhalten.

Der Film betreibt eine handfeste Imagewerbung für ein Unternehmen: Wenn am Ende die Botschaft „Christmas is for sharing“ eingeblendet und mit dem Logo von Sainsbury’s verknüpft wird, dann sollen die Zuschauer glauben, dass Gesten flüchtig, Dinge hingegen von Dauer sind. Was von dem kurzen Frieden zwischen den Schützengräben bleibt, sind die Geschenke, die die Botschaft des Frieden und die Erinnerung an den Moment konservieren. Die Konsumlogik gewinnt damit die Oberhand über den Geist der Weihnacht.

Filmische Inszenierung

Die filmische Inszenierung und Vermarktung der Ereignisse macht den Clip interessant für den Unterricht: Der Weihnachtsfrieden wird in einer Weise ins Bild gesetzt, die die grauenhafte Realität des Krieges ästhetisch überhöht und sie für eine Werbebotschaft missbraucht. Dürfen Werbetreibende das oder sollte der britische Werberat ASA eine Rüge erteilen? Diese Frage diskutieren die Lernenden hier und setzen sich dafür anhand eines digitalen Materialpakets mit der in Großbritannien intensiv geführten Debatte auseinander.

Das digitale Materialpaket

  • Informationen über die Supermarktkette Sainsbury’s
  • Sainsbury’s Begleitvideo zum Weihnachtsclip 2014:

Das Materialpaket stellt die Beweggründe der Filmemacher, das Unternehmen Sainsbury’s und die Kriegsveteranenorganisation Royal British Legion, ebenso zur Verfügung wie einen kritischen Kommentar aus The Guardian und zahlreiche Leserbriefe, in denen unterschiedliche Positionen zum Ausdruck kommen.

In der Printausgabe des Fremdsprachlichen Unterricht Englisch, Heft 155 findet sich ein ausführlich beschriebener Unterrichtsentwurf zu diesem Thema mit zahlreichen Materialien.

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