Interkulturelles Lernen | GroßbritannienWhy we love the British – and hope to be loved back

Es war zwar nur eine kleine Mehrheit der Briten, die im Juni 2016 für den Brexit stimmte. Doch seitdem halten die politischen Turbulenzen auf der Insel ganz Europa in Atem. Denn wir lieben euch noch immer! Lesen Sie hier, worauf sich die Liebe zu den Briten begründet und wie Sie das deutsch-britische Verhältnis mit Aspekten des Interkulturellen Lernens verknüpfen.

Sonnenliegen mit Handtüchern und flotten Sprüchen

Was sich liebt, das neckt sich - eine aktuelle Ausstellung zeigt die besondere Beziehung zwischen Deutschen und Briten Stiftung Haus der Geschichte/Axel Thünker

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Sie wird vielleicht nicht ganz so intensiv erwidert, die Liebe „der Deutschen“ zu „den Briten“. Aber es ist dennoch ein starkes Band zwischen diesen beiden, das der dräuende Brexit jetzt bedroht.

Very british oder “die spinnen, die Briten”?

Doch worauf begründet sich die Liebe zu „den Briten“? Welches Bild macht man sich in Deutschland von den Menschen auf der Insel? Und gibt es nicht auch hier wie unter allen Menschen, die sich mögen, hin und wieder Zwistigkeiten oder handfeste Konkurrenz?

Welchen Wandel die deutsch-britische Beziehung seit 1945 durchlaufen hat, zeigt eine aktuelle Ausstellung im Haus der Geschichte in Bonn. Bis zum 8. März 2020 beleuchtet die Ausstellung „Very British. Ein deutscher Blick/A German Point of view“ aus deutscher Perspektive, was das deutsch-britische Verhältnis ausmacht und was die Rolle Großbritanniens in Europa nach 1945 ist oder war.

Interkulturelles Lernen beim Ausstellungsbesuch

Auf der Presseseite und im kostengünstigen Katalog zur Ausstellung (9,80 Euro) finden sich Bilder, Medien und Objekte, die einen bestimmten Aspekt deutsch-britischer Beziehungen illustrieren. So zeigt die Ausstellung zum Beispiel:

  • Das Tigerfell aus der Silvestersendung Dinner for One, die in Deutschland als typisch britisch gilt, auf der Insel aber vollkommen unbekannt ist
  • Das Kultauto Mini und den Minirock
  • Medienberichte von Besuchen der Royals in Deutschland oder der Beatlemania
  • Berühmte Briten wie den Geheimagenten 007 oder den Lebenskünstler Mr Bean

Kurz: alles, was wir an Großbritannien cool finden.

Andere Objekte und Bilder stammen wiederum aus Deutschland, so dass sich hier die Gelegenheit zur Sprachmittlung ergibt. Es bietet sich an, dass die Lernenden sich in Gruppen mit einzelnen Exponaten gezielt auseinandersetzen und einen eigenen Begleittext für eine Ausstellung verfassen.

Bilderquellen lesen und kontextualisieren

Dazu müssen sie sich zunächst mit den Bildern genau auseinandersetzen. Denn Bilder sind mehrfach kodierte Texte, in denen verschiedene Botschaften stecken. Die Botschaften werden häufig erst beim genaueren Hinsehen erkennbar – besonders, wenn es sich um historische Artefakte handelt. Insbesondere, wenn Bilder in der Werbung oder zur politischen Propaganda eingesetzt werden, sind diese Absichten sehr bewusst gestalterisch umgesetzt. Die Botschaften dieser Bilder oder Text-Bild-Kombinationen zu entschlüsseln und sie als gemacht zu erkennen, ist eine wichtige Fähigkeit für einen aufgeklärten Umgang mit Bildern in der hoch medialisierten Lebenswelt der Lernenden.

Ausstellungstext verfassen

Die Ausstellung „Very British. Ein deutscher Blick“ legt offen, wessen Perspektive hier zugrunde liegt. Der Ausstellungstext der Lernenden könnten deshalb einen „Very British. A British Point of View“ einnehmen und einer Person in Großbritannien erläutern, warum den Menschen in Deutschland gerade dieses Objekt in Bezug auf Großbritannien so viele bedeutet.

Filmtipp zum Schluss: Wann wird es wieder so, wie es nie war

Die damalige Premierministerin Theresa May versprach den Briten nach dem Brexit-Referendum „A truly Global Britain“. Ein Wiederaufleben der glorreichen Tradition des Empire, die auch nach dessen Zerfall das britische Selbstverständnis prägt. Wie das aussieht, zeigt der Spielfilm „Downton Abbey“, der gerade im Kino angelaufen ist. Er spielt wie die Kultserie im Herrenhaus von Lord Grantham im Jahr 1927 – in einem Jahr, wo einige Zeit seit den Schrecken des Ersten Weltkriegs verflossen und der Zweite Weltkrieg noch nicht in Sicht ist. Great Britain at its greatest.


 

Literatur:

Lotta König (2018): „Bildquellen lesen und kontextualisieren“. In: Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch, Ausgabe 155 [World War I]. 8 – 11.

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