Neuer DokumentarfilmThe life-saving work of a library

Bibliotheken retten Leben. Nichts weniger als das. So fasst ein Angestellter der New York Public Library zusammen, was eine der vielen Aufgaben einer der imposantesten öffentlichen Bibliotheken der Welt ist. Diese Woche läuft ein Dokumentarfilm über diese Institution, von dem jede seiner der 197 Minuten sehenswert ist. Auszüge davon lassen sich bestens im Unterricht einsetzen.

New York Public Library Poster

Die New York Public Library ist ein (H)Ort des Wissens und der demokratischen Kommunikationskultur | Bild: Koolfilm.de

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An der Ecke 5th Avenue/42nd Street in New York steht seit über hundert Jahren ein imposanter Bau: Die (Hauptstelle der) New York Public Library. Wer an den steinernen Löwen vorbeigeht und die lärmenden Straßen New Yorks hinter sich lässt, betritt einen Büchertempel mit 51 Millionen Medien. Das sind anderthalb Mal so viele wie die Deutsche Nationalbibliothek besitzt, die bereits gleich lang jedes in Deutschland oder in deutscher Sprache erschienene Buch oder vergleichbare Medium sammelt. Jeder fünfte US-Amerikaner könnte sich ein Medium ausleihen und die Bibliothek hätte immer noch Restbestände. Diese Woche ist auch in Deutschland der Dokumentarfilm Ex Libris angelaufen, der diese Institution und – viel wichtiger noch: die Menschen, die dort verkehren, porträtiert. Denn: Libraries are about people. Der Altmeister des Dokumentarfilms, der 88jährige Frederick Wiseman, zeigt, warum.

Wissen als Gegengift

So täuscht der Begriff „Büchertempel“: Heute sind Bibliotheken education centers und Kommunikationsorte und verrichten „mind-building, soul-affirming, life-saving work“, wie es einer der Mitarbeiter fasst. Der Filmemacher Frederick Wiseman war überrascht von den vielen verschiedenen Dienstleistungen, die Bibliotheken heute anbieten: "Libraries of today have become community centers with after school programs for kids and adult education courses in languages, citizenship, business and computer programming. Regardless of the current American political scene, the library remains an ideal of inclusion, democracy and freedom of expression.” So werde die Bibliothek ein Ort des Wissenserwerb und so zum Gegengift zum derzeitigen politischen Klima in den USA, das auf Meinungen, Desinformation und Behauptungen beruht und einen auf Fakten und Argumenten beruhenden Diskurs unmöglich macht.

Der Film

Mehrere Wochen hat sich der Filmemacher Zeit genommen, um mit seiner Kamera das Leben in der Bibliothek zu beobachten und zu begleiten: Ohne direkte Interviews oder Kommentare dokumentiert der Film die innere Struktur der Bibliothek, fängt Vorträge über das Thema Sklaverei, eine Buchpräsentation von Elvis Costello oder Jobkurse mit Krankenhelfern und Feuerwehrmännern ein. Er verzichtet dabei auf herausragende Protagonisten und „talking heads“, also lange Passagen mit Erläuterungen und Kommentaren von Experten, die sonst in amerikanischen Dokumentarfilmen verbreitet sind. Stattdessen kann man z.B. die Mitarbeiter der Bibliotheks-Hotline sehen, die Anrufer zu wirklich jedem Thema rund um Wissen und Informationsrecherche beraten – und zur Not auf darüber aufklären, dass sich Informationen zu Einhörnern wahrscheinlich nicht in regulären Tierlexika finden lässt …

Bildung für alle, Information der Zukunft

Viel interessanter ist es zu sehen, wie unterschiedlich die Menschen sind, die diese Bibliothek nutzen: Besonders für Menschen mit geringem Einkommen und geringer Bildung bietet sie Chancen, Wissen zu erwerben und so an der Gesellschaft teilzuhaben – ein zeitgemäßer kultureller Auftrag. Wie die Zukunft der Medien im Informationszeitalter wohl aussehen wird, diskutieren die Mitarbeiter in ihren Meetings – Gelegenheit für Schülerinnen und Schüler, ihre eigenen Vorstellungen dazu zu äußern.

Der Film im Unterricht

Der Film lässt sich gut in Ausschnitten mit Schülerinnen und Schülern ab Klasse 8 sehen und eine weitere Facette des Lebens in den USA erarbeiten, das in Lehrwerken dieser Klassenstufe im Zentrum steht. Dafür eigenen sich Passagen zur Leseförderung mit Kindern in der Bronx, zum Umgang mit der Sammlung rechtefreier Illustrationen und zur Gratisausgabe von Leih-Wifi-Hotspots.

Meine Bibliothek und ich

Der Film Ex libris macht deutlich: Eine Bibliothek ist wertlos ohne die Menschen, die sie nutzen. Deshalb hat die New York Public Library den National Library Shelfie Day aus der Taufe gehoben. An diesem Tag sind book lovers dazu aufgerufen, ein Selbstporträt einzusenden, das sie mit ihrem Lieblingslesestoff oder an ihrem Lieblingsleseort oder auch nur ihr persönliches Bücherregal zeigt – ein sogenanntes shelfie.

Der National Library Shelfie Day findet immer am dritten Mittwoch im Januar, im kommenden Jahr 2019 also am Mittwoch, den 23. Januar statt – noch genügend Zeit, eigene Shelfies zu fotografieren und einzureichen. Zur Inspiration finden sich hier oder auf Instagram oder Twitter unter dem Hashtag #LibraryShelfieDay Bilder vom diesjährigen Wettbewerb.


Zum Filmtrailer 

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