Shakespeares SpracheTen strategies for coping with Shakespeare’s language

Im April wurde William Shakespeare 454 Jahre alt – und ist mit seinen Texten lebendiger denn je. Ihm zu Ehren haben die United Nations beschlossen, seinen Geburtstag am 23.4. als English Language Day zu feiern. Einer von vielen Gründen, sich mit Shakespeares Texten im Original zu befassen. Diese gelten zwar sogar für Muttersprachler manchmal als schwer zugänglich, sind das aber nicht, wenn man weiß, wie man sie knacken kann. Wir verraten Ihnen 10 Strategien dafür.

Porträt von William Shakespeare in poppigen Farben

400 Jahre nach dem Tod des Autors sind Shakespeares Texte lebendiger denn je: Wandbild in der Nähe von Globe Theatre in London. | Foto: flickr/Loco Steve CC BY-SA 2.0

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Viele Menschen lieben Shakespeares Dramen und Gedichte. Das belegen die Programme von Theatern rund um den Globus, zu denen in fast jeder Spielzeit ein Shakespeare-Stück zählt, oder die ihre Arbeit sogar ausschließlich diesem Dramatiker widmen. Zitate aus seinen Dramen sind im Englischen und (in Übersetzung) in vielen Sprachen redensartlich gebräuchlich. Adaptionen der Stoffe und Geschichten finden sich in verschiedenen Medien vom Puppentheater über die graphic novel, von der Verfilmung bis zur Vertonung seiner Sonette als Popsongs oder ihre Umsetzung in einer Rap-Version. Seine Figuren sind heute in Bandenkriege in der New Yorker Westside verwickelt, entfachen Eifersucht und Rassismus zwischen Highschool-Schülern in den amerikanischen Südstaaten (O. USA 2001. Regie: Tim Blake Nelson) oder stürzen sich ins Schlachtengetümmel auf großer Leinwand (Macbeth. GB / F / USA 2015. Regie: Justin Kurzel).

Verstehenshürden überwinden

Eigentlich müsste man sich über diese Popularität wundern, denn immerhin ist der Barde seit 400 Jahren tot und die Welt seitdem eine andere geworden. Seine Stücke sind für sein zeitgenössisches Publikum geschrieben, die mit der damaligen Theaterkultur vertraut waren und evtl. ganz andere Erwartungen an eine Vorstellung hatten als Theatergänger heute.

So stellen seine Texte Fremdsprachenlernende und sogar Muttersprachler vor nicht unerhebliche Verstehenshürden: Manche Themen der Dramen und Handlungsmotivationen der Figuren sind nicht mehr ohne Weiteres nachvollziehbar, weil soziale Konventionen von damals heute nicht mehr gelten und sich das Weltbild des modernen Menschen von dem der Elisabethaner unterscheidet. Seine Texte sind wegen ihres Sprachgebrauchs und vielen nur aus dem historischen Kontext auflösbaren Anspielungen sowie ihrer poetischen Durchformung nicht immer leicht zugänglich.

Der Zauber von Shakespeares Texten

Doch neben den spannenden Geschichten ist es gerade Shakespeares Sprache, deren Schönheit einen magnetischen Sog ausübt – und die es lohnenswert macht, die Texte in ihrer Originalform zu lesen. Das Verstehen der Originaltexte ist Voraussetzung dafür, dass sich Lernende sinnvoll in verschiedenen kreativen Formen damit auseinandersetzen und darin Fragestellungen entdecken können, die sie unmittelbar angehen. Durch Kontextualisierung, Visualisierung oder die Verknüpfung von analytischen und szenischen Methoden können sich Lernende Shakespeares Texten nähern. Das kann bedeuten, zunächst mit Textausschnitten, einer neusprachliche Ausgabe oder Szenengerüsten zu arbeiten, um sich über Inhalte vorab zu informieren. Eventuell können Lernende neusprachliche Ausgabe als Ko-Text heranziehen, den sie vorab oder parallel im Unterricht lesen.

Kenntnisse von häufigen Wendung aus der Shakespeare-Zeit wie der Gebrauch von Anredepronomina oder aus bestimmten Wortfeldern wie Militär oder Medizin schaffen kleine Inseln des Verstehens. Anspielungen auf die Sexualität oder die Doppeldeutigkeiten von Slangwörtern kommen so häufig vor, dass die Royal Shakespeare Company sie in einem Online-Glossar zusammengestellt hat.Selbst Profi-Schauspieler wie Ethan Hawke erarbeiten sich in kleinteiliger Arbeit die Bedeutung von Textstellen wie beispielsweise den dagger-Monolog aus Macbeth. Auch sich mit Konventionen der Kommunikation wie Versformen oder Textgenres vertraut zu machen unterstützt das Verstehen. Der Rhythmus und selbst die Punktuation des Textes geben Hinweise auf Gedankengänge einer Figur. Englisch-Fachleiter Stefan Möller hat für Schüler (und deren Lehrerinnen und Lehrer!) zehn Tipps zusammengestellt, wie man sich Zugang zu Shakespeares Texten verschafft und Mitglied der internationalen Gemeinde der Shakespeare-Fans wird.

Gewusst wie: How to cope with Shakespeare’s language

  1. Read a summary of the scene in question before or after reading the original version.
  2. Read a modern English version before or after reading the original version (http://nfs.sparknotes.com)
  3. Familiarise yourself with the most important words and the most common differences between Shakespeare’s English and present-day English.
  4. Read the scene or the passage in question several times, preferably aloud, and if several characters are involved, get together in groups to read the scene.
  5. To begin with, focus on what you understand: individual words, chunks, punctuation etc. and take this as a starting point for your discovery of the text.
  6. Remember that it’s a play, so try to visualise it. Shakespeare’s theatres did not have the complex stage machinery found in today’s theatres. Consequently, he had to create the atmosphere and the setting through language.
  7. Pay attention to Shakespeare’s dramatic language since it is intensely active and often contains implicit stage directions. They will help you imagine what is supposed to happen on stage.
  8. Familiarise yourself with the theatre conventions of Shakespeare’s time, such as the use of rhymed verse and blank verse, halflines and shared lines or prose.
  9. Don’t begrudge the difficulty of the language – the language is what it is all about!
  10. Never ever give up. Generations of students have managed to cope, so get a grip and join the brotherhood and sisterhood of Shakespeare enthusiasts.

Literatur

Stefan Möller (2016): „Jealousy; It Is the Green-ey’d Monster. Othello – den Leseprozess unterstützen. In: Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch, Heft 139 [Shakespeares Texte verstehen]. 24 - 31.

 

Othello, Romeo & Juliet, The Tempest, Elizabethan Theatre, Sonette: Unterrichtsideen zu Shakespeares Sprache und Texten

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