World War IThe seminal catastrophe

Vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg. Die Erinnerung daran ist in Deutschland verblasst oder von den Schrecken des Zweiten Weltkrieges überlagert. In Großbritannien ist das Gedenken an den Ersten Weltkrieg im Alltag sehr präsent – ein Meer von roten Mohnblüten zeugt jeden November davon. Englisch-Fachleiter Martin Genetsch erklärt, mit welchen Methoden man zu diesem Thema mit den Lernenden arbeiten kann und wie wichtig das für (inter-)kulturelles Verstehen und die Friedenserziehung ist.

Schützengraben Erster Weltkrieg

Die Schützengräben des Ersten Weltkrieges inmitten einer apokalyptischen Landschaft Bild: Alphonse Robine/Europeana 1914-1918 / Madame Nicole Robine CC-SA-20

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Anfang November 2018 jährt sich das Ende des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal – Anlass für Gedenkfeiern in vielen Ländern. Dabei kann sich die Art und Weise, wie der Krieg, seine verheerenden Ereignisse und Folgen erinnert wird, durchaus unterscheiden: Tschechien zum Beispiel feiert seine Unabhängigkeit vom Riesenreich Österreich-Ungarn, denn das Ende des Ersten Weltkriegs hatte eine politische Neuordnung Europas zur Folge. In Großbritannien erinnert jedes Jahr im Herbst ein Meer von roten Mohnblüten an die Opfer des Krieges und dankt den Soldaten für ihre Leistung.

Die Erinnerung an den dort so genannten Great War ist in anglophonen Kulturen überhaupt viel stärker ausgeprägt als in Deutschland, zog er neben dem Tod enorm vieler Bürger auch den Bedeutungsverlust des British Empire nach sich. Wie sich die Erinnerung an den Krieg dort in Filmen, TV-Serien, Kunstwerken, Literatur und der Alltagskultur gestaltet und wie er in zeitgenössischen Texten aller Art dargestellt ist, ergründen die Lernenden mithilfe einer kulturwissenschaftlich orientierten Didaktik. Dabei finden sich Spuren des Ersten Weltkriegs in fast jedem Medium:

Populärkultur

Der Erste Weltkrieg ist ein prominentes Thema in der anglo-amerikanischen Alltagskultur, das z.B. in den visuellen Medien bis heute kulturell produktiv ist.

  • Spielfilm War Horse (USA 2012. Regie: Steven Spielberg)
  • Spielfilm Journey’s End (UK 2018, Regie: Saul Dibb)
  • TV-Serie Downton Abbey (Dazu gibt es hier einen Unterrichtsvorschlag)
  • Der Weihnachtswerbeclip 2014der Supermarkt-Kette Sainsbury’s (Dazu gibt es hier einen Unterrichtsvorschlag)
  • der Ego-Shooter Verdun (1915)
  • das Computerspiel Valiant Hearts: The Great War (2014). In diesem kriegskritischen Action-Adventure in 2D-Comic-Ästhetik müssen die Lernenden aus der Perspektive unterschiedlicher Kriegsteilnehmer Rätsel lösen, die ihnen Einblicke in zentrale Kriegserfahrungen liefern.

Musik

Sowohl die sogenannten klassische Musik als auch Popmusik und sogar Heavy Metal beschäftigen sich mit dem Ersten Weltkrieg.

  • Benjamin Britten: War Requiem (1962) erinnert an die Bombardierung Coventrys im Zweiten Weltkrieg und vertont dazu Lyrik von Wilfred Owen aus dem Ersten Weltkrieg
  • Das satirische Musical Oh! What a Lovely War(1969) von Richard Attenborough nutzt Originallieder der Zeit und verbindet sie mit einer generellen Kriegskritik
  • Sting: “Children’s Crusade” (1985) und 
  • „Paschendale“ (2003) der Heavy Metal-Band Iron Maiden kritisieren das sinnlose Sterben junger Männer

Romane

Bilder und Filme

  • Der britische Film The Battle of the Somme (1916) erscheint bereits im August 1916, also zu einem Zeitpunkt, als die Schlacht an der Somme selbst noch tobt. Was auf den ersten Blick wie ein Dokumentarfilm erscheint, dient in Wirklichkeit propagandistischen Zwecken. Er ist mit 20 Millionen Zuschauern bis heute der kommerziell erfolgreichste britische Film aller Zeiten.

Lyrik

Lyrik ist die Gattung, die für die Zeit des Ersten Weltkriegs repräsentativ ist. Bemerkenswert dabei ist, dass die zentralen Autoren dieser Zeit gleichzeitig auch Soldaten waren: Wilfred Owen, Siegfried Sassoon, Robert Graves, Charles Hamilton Sorley, David Jones oder Edmund Blunden. Zu den war poets zählten auch Frauen wie Vera Brittain

  • Rupert Brookes: „The Soldier“ wurde als Propaganda von Kirchenkanzeln herunter zitiert
  • Jessie Pope: „The Call“ (1915) forderte jugendliche Leser dazu auf, sich zur Armee zu melden und so zum war effort beizutragen.
  • Langston Hughes‘ Gedicht „The Colored Soldier“ oder Toni Morrisons Roman Sula (1973) oder Max Brooks/Canaan Whites graphic novel The Harlem Hellfighters  (2014), die Geschichte eines besonders tapferen Infanterieregiments, thematisieren die Kriegsteilnahme von African American soldiers.

Autobiografien

Viele Soldaten hielten ihre Erlebnisse während des ersten Weltkriegs in Autobiografien fest, z.B.

Didaktische Materialien und Hintergrundwissen

 

Literatur

Martin Genetsch (2018): „The great seminal catastrophe. Kulturelles, literar-ästhetisches und historisch-politisches Lernen am Ersten Weltkrieg.“ In: Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch, Heft 155 [World War I]. 2 – 7.

 

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