World Vegetarian DayThe meatrix is all around you

Das Schwein Leo lebt glücklich auf einer amerikanischen Bilderbuchfarm, wälzt sich im Dreck und schmatzt Essensabfälle in sich hinein. So beginnt der vierminütige animated short The Meatrix, der sich im Internet viral verbreitet hat. Doch eines Tages betritt Agent Moopheus die Farm, ein cooler Ochse mit Sonnenbrille und schwarzem Mantel. Auf einmal ist nichts mehr, wie es scheint …

Szene aus Kurzfilm The Meatrix

Agent Moopheus entführt Schwein Leo aus seiner scheinbar heilen Bauernhofwelt und zeigt ihm, wie die Fleischindustrie wirklich arbeitet. | Foto: GRACE Communications Foundation

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Rote oder blaue Pille? bietet Agent Moopheus an. Entscheidet sich Schwein Leo für die blaue, bleibt alles, wie es ist. Wählt er die rote, wird er die Wahrheit erfahren über den Zweck seines Daseins und die Zustände in der Fleischindustrie. Schreckliche Bilder erwarten ihn:

Environmental issues im Unterricht

Umweltthemen sind in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Die Bienen sind im Aussterben begriffen, Atommüllendlager verseuchen den Boden, Waldgebiete müssen einer veralteten Form der Energiegewinnung weichen. Unser Konsumverhalten und unsere Ernährungsgewohnheiten bringen den Planeten ins Schwitzen. Umweltkatastrophen wie die Ölpest im Golf von Mexiko oder das Reaktorunglück in Japan, Tsunamis und Tayfune bedrohen die Bevölkerung. Bad news all over. Kann man da noch etwas tun, oder ist ohnehin alles zu spät?

Der Kurzfilm The Meatrix bietet die Chance, sich dem Thema environmental learning mit Humor zu nähern. Er verbindet ein Nachdenken über das eigene Ernährungsverhalten und dessen ökologische Folgen mit Informationen über Produktionsbedingungen in der Lebensmittelindustrie und deren Folgen für die Gesundheit von Menschen. Genügend Stoff für eine Talkshow also.

Film sehen

Die Schüler sehen den vierminütigen Film unterstützt von einem worksheet. Sie bringen die Bilder darauf in die richtige Reihenfolge und ordnen ihnen die passenden Schlagwörter zu (die zugleich eine Sammlung von Argumenten gegen intensive Tierhaltung sind). Auf diese Weise haben sie die Inhalte des Films systematisiert und sind für die Hauptprobleme der modernen Fleischproduktion sensibilisiert.

Gegenargumente recherchieren

Gibt es auch Argumente für eine intensive Tierhaltung (factory farming)? Dazu recherchieren die Schüler auf folgenden Seiten und in diesen Artikeln und sammeln die dortigen Argumente – Achtung, hier sind verschiedene Lobby-Gruppen aktiv!

Mittelpositionen

Sollte man also am besten keine Tiere mehr essen? Viele Teenager treffen diese Entscheidung. Oder ist Massentierhaltung ein Weg, bezahlbare Lebensmittel für alle zu produzieren? Oder gibt es noch andere Lösungen? Der Gründer der „grünen“ Internetseite treehugger.com, Graham Hill, hat für sich einen Mittelweg gefunden. Wie der aussieht, stellt er in seinem TED talk „Why I am a weekday vegetarian“ vor. 

Talkshow

Die Schüler diskutieren in Fünfergruppen. Einer übernimmt die Rolle des Moderators, der die Beiträge aufruft und sicherstellt, dass die Redezeit gleichmäßig verteilt ist. Die anderen Rollen sind:

  • Fierce animal lover: You are a fierce animal lover and hardcore vegetarian. You think that animals should not be killed at all.
  • Not quite sure: You are not quite sure about whether family farming is always the best option. There might be arguments for factory farming after all.
  • Meat eater: You like meat a lot and think it should be produced and sold at low prices.
  • Worried about environment. You are worried about the environment and the longterm effects factory farming might have on humans.

Nach einer Überphase präsentieren verschiedene Gruppen ihre Talkshows in der Klasse.

Warum im Englischunterricht?

  • Bildung für nachhaltige Entwicklung ist Aufgabe aller Fächer. Englisch ist aber auch lingua franca globalen environmental discourse: In globalen Umweltdebatten fungiert Englisch als gemeinsame Verhandlungssprache. Und Englischunterricht soll Schülerinnen und Schüler dazu befähigen, an globalen Diskursen teilzuhaben.
  • Teil der globalen Umweltprobleme sind aber auch Konflikte, die aus unterschiedlichen Interessen und kulturell unterschiedlichen Umweltvorstellungen ergeben. Inter- bzw. transkulturelles Lernen kann die Sensibilität der Schüler dafür schärfen.
  • Da der Zugang zu Umweltdiskursen in der Regel über Medien wie Bücher, Filme und das Internet erfolgt, kann und muss der Englischunterricht passende Recherchetechniken und Texterschließungsstrategien vermitteln. (für alles s. Basseler 2014).
  • Umweltthemen ziehen häufig ethische Fragen nach sich, die Gesprächsstoff und Sprechanlass für viele Diskussionsformate sein können.

Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch hat dem Thema Ecodidactics eine ganze Ausgabe mit vielen Unterthemen und methodischen Vorschlägen gewidmet.

Literatur

Michael Basseler (2014): „Environmental Learning. Ökodidaktische Konzepte für den Englischunterricht.“ In: Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch, Heft 129 [Ecodidactics]. 2 – 8.

Werner Kieweg (2014): „The Meatrix. Einen Cartoon sehen und den eigenen Standpunkt vertreten.“ In: Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch, Heft 129 [Ecodidactics]. 28 – 31.


Zum Heft

Weiteres Unterrichtsmaterial zu The Meatrix

The Meatrix II (Fortsetzung) 

 

 

 

 

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