Weihnachten einmal anders: KwanzaaI’m dreaming of a black Christmas…

Schnee, Rentiere und klingende Glöckchen sind nichts für Sie? Das geht auch manchen Afroamerikanern so, denn warum sollten sie von WEIßEN Weihnachten träumen? In den 1960er-Jahren entwickelte die Bürgerrechtsbewegung mit Kwanzaa ein alternatives Winterfest, das afrikanische Traditionen lebendig hält. Was es damit genau auf sich hat, das erkunden die Lernenden per concept mapping in einem Sachtext. Sie stellen ihre Ergebnisse in einem science slam vor.

Afroamerikanerin in traditioneller Kleidung zündet einen siebenarmigen Leuchter mit roten, grünen und einer schwarzen Kerze an

Zu Zeiten der Bürgerrechtsbewegung haben Afroamerikaner "schwarze Weihnachten" ins Leben gerufen: Kwanzaa soll den Zusammenhang der community fördern und an afrikanische kulturelle Wurzeln anknüpfen statt an das Weihnachten der europäischen Tradition Foto: Christopher Myers/ US Government

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Welches Bild steigt vor Ihrem inneren Auge auf, wenn Sie an Weihnachten denken? Vielleicht sehen Sie den grünen Tannenbaum vor sich mit den roten Kugeln, den klassischen Weihnachtsfarben. Wenn Sie aus dem Fenster sehen, erblicken Sie schneegepuderte weiße Winterlandschaften… doch das ist nicht bei allen Menschen so: Santa Claus hat selten eine schwarze Hautfarbe, und auch die anderen Weihnachtsklischees haben mit der Tradition und Lebenswelt von beispielsweise Black Americans rein gar nichts zu tun. Deshalb hat die amerikanische Bürgerrechtsbewegung ein alternatives, interkulturelles Weihnachten erfunden.

Weihnachten einmal anders: Kwanzaa

Kwanzaa ist ein afrikanisch-amerikanisches Fest, das 1966 in den USA eingeführt wurde. Während der Zeit der Bürgerrechtsbewegung entstand der Wunsch, sich auf die eigenen kulturellen Werte zu besinnen und den sozialen Zusammenhalt zu stärken. Die bis dahin bekannten Feiertage waren europäischer Ursprungs und die Afroamerikaner konnten sich damit nicht identifizieren. So entstand in Teilen des American Civil Rights Movement der Wunsch nach einem panafrikanischen Feiertag. Und so führte der Black-Power-Aktivist und Anhänger des schwarzen Nationalismus Maulana Karenga das Kwanzaa-Fest ein. Kwanzaa findet vom 26. Dezember bis 1. Januar statt. Es wurde gezielt in die Nähe des christlichen Weihnachtsfests gelegt, ist aber weder ein religiöses noch ein politisches Fest und kann von allen gefeiert werden.

Die 7 Prinzipien des Kwanzaa

Es gibt sieben Prinzipien, die durch sieben Symbole dargestellt werden. Jeder Tag des Kwanzaa-Fests hat ein anderes Prinzip zum Schwerpunkt:

  • Umoja (unity) – To strive for and maintain unity in the family, community, nation, and race.
  • Kujichagulia (self-determination) – To define ourselves, name ourselves, create for ourselves, and speak for ourselves.
  • Ujima (collective work and responsibility) – To build and maintain our community together and make our brother's and sister's problems our problems and to solve them together.
  • Ujamaa (cooperative economics) – To build and maintain our own stores, shops, and other businesses and to profit from them together.
  • Nia (purpose) – To make our collective vocation the building and development of our community in order to restore our people to their traditional greatness.
  • Kuumba (creativity) – To do always as much as we can, in the way we can, in order to leave our community more beautiful and beneficial than we inherited it.
  • Imani (faith) – To believe with all our heart in our people, our parents, our teachers, our leaders, and the righteousness and victory of our struggle.

Höhepunkt der Feierlichkeiten ist der sechste Tag, Kuumba, an dem die Familien zusammenkommen und gemeinsam feiern.

Nach anfänglicher Skepsis in der schwarzen community wurde Kwanzaa in den 1980er- und 1990er-Jahren von bis zu zehn Millionen Afroamerikanern gefeiert. Die wachsende Beliebtheit ging einher mit einer zunehmenden Kommerzialisierung des Fests. Seit Beginn der 2000er-Jahre hat Kwanzaa jedoch an Popularität eingebüßt, so dass heute nur noch etwa zwei Prozent der Amerikaner dieses Fest feiern.


 

Christmas

Diese und andere spannende Ideen, wie man das Thema Weihnachten im Englischunterricht behandeln kann, finden Sie im Heft:


Christmas

Englisch 5–10 Nr. 48/2019

 


Die Unterrichtsidee

Die Schülerinnen und Schüler sehen eine Fotostrecke, die Szenen aus dem Kwanzaa-Fest zeigt. Sie beschreiben diese Bilder ausführlich (I see…). Die Schülerinnen und Schüler versuchen, die Bilder einzuordnen und erste Rückschlüsse auf ihre Bedeutung zu ziehen (I think …).

Zum Schluss stellen die Schülerinnen und Schüler Vermutungen über die Bilder an (I wonder …) und formulieren Fragen, die sie an das Thema haben (z. B. I wonder why there are seven candles., I wonder about the meaning behind the colours red, black and green., I wonder what kind of celebration it is.). Die Fragen an das Bild werden an der Tafel gesammelt. Das Formulieren der Fragen weckt bei den Lernern eine Leseerwartung für einen Sachtext zum Thema, denn sie in der kommenden Unterrichtszeit lesen werden.

Weiterarbeiten

In der Ausgabe „Christmas“ von Englisch 5-10 finden Sie einen Unterrichtsentwurf, der einen schülergerechten Sachtext zum Thema Kwanzaa zur Verfügung stellt.

Die Schülerinnen und Schüler erschließen den Text mithilfe der concept mapping-Methode und stellen ihre Ergebnisse in einem science slam vor.

 


Dieser Beitrag beruht auf

Claudia Brose (2019): “Dreaming of a black Christmas. Einen Sachtext per Concept mapping erschließen, Ergebnisse in einem Mini-Science-Slam vorstellen“. In: Englisch 5-10, Heft 48 [Christmas].

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