20 June: World Refugee DayWhat would you do if your home became a warzone?

Migration ist eines der drängendste Themen unserer Zeit. Über sie wird weltweit auf Englisch diskutiert und sie erfordern globale Lösungen: Einer von 110 Menschen ist ein Flüchtling. Um fundiert mitreden zu können, müssen Schüler Wissen und Wortschatz erwerben. Sie müssen Zusammenhänge erschließen, bewerten und reflektieren, um gesellschaftliche Prozesse mitgestalten zu können. Wie man diese Fähigkeiten im schülerorientierten Unterricht entwickelt, lesen Sie hier.

Eine Gruppe Zivilisten flüchtet  vor Kämpfen in der irakischen Stadt Mossul

Mit Kind und Kegel: Eine Gruppe Zivilisten flüchtet am 2. November 2016 vor Kämpfen in der irakischen Stadt Mossul in eine nahegelegene Notunterkunft Alessio Romenzi

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Weltweit sind derzeit nach Angaben der UNO etwa 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht – das sind so viele wie die Bevölkerung Frankreichs und so viele wie noch nie zuvor. Einer von 110 Menschen ist ein Flüchtling. Also jemand, der nach Definition der UN „has been forced to flee his or her country because of persecution, war or violence. A refugee has a well-founded fear of persecution for reasons of race, religion, nationality, political opinion or membership in a particular social group. Most likely, they cannot return home or are afraid to do so. War and ethnic, tribal and religious violence are leading causes of refugees fleeing their countries.”

 

Sustainable development goals – globales Lernen

 

Kein Wunder, dass ihr Schicksal Thema in Medien und Politik, aber auch in vielen Alltagsgesprächen ist – ein Diskurs, der international auf Englisch geführt wird. Um mitreden zu können, müssen Schülerinnen und Schüler Faktenwissen über und Wortschatz zu einem Phänomen erwerben, das es in der Geschichte der Menschheit schon immer gegeben hat. Immerhin gründen ganze Nationen wie z.B. die USA auf der Leistung von Migranten. Mit diesem Wissen im Hinterkopf beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Fluchtgründen, Herausforderungen auf der Reise und Erlebnissen bei der Ankunft am neuen Ort. Denn jeder Flüchtling ist ein Mensch mit einer individuellen Lebensgeschichte: Hinter der populistisch häufig als „Flüchtlingskrise” dargestellten Situation verbergen sich individuelle Schicksale und Erfolge. In den Unterrichtsideen in der Ausgabe „Globales Lernen: Seeking refuge“ werden die Schülerinnen und Schüler interessante Persönlichkeiten kennenlernen. Dabei erwerben sie Bildung für nachhaltige Entwicklung erwerben, die in den Lehrplänen aller Bundesländer gefordert ist.


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Per mystery-Methode Zusammenhänge erschließen

 

Die mystery-Methode fördert das vernetzte Denken der Lernenden. Ihr liegt eine problemorientierte Leitfrage zugrunde, die nicht eindeutig beantwortet werden kann. Anhand von bruchstückhaften (Hintergrund-)Informationen, die ihnen auf kleinen Kärtchen zur Verfügung gestellt werden, müssen die Lernenden Zusammenhänge zwischen ungeordneten und unstrukturierten Informationen entdecken und Schlussfolgerungen ziehen. Dafür werden die Informationen auf einem Poster visualisiert und die Antwort auf die Leitfrage präsentiert und diskutiert. Am Beispiel des Themas „Unaccompanied and separated refugee children“ erläutert die Ausgabe Globales Lernen: Seeking refuge die Methode für eine Lerngruppe ab Klasse 10. Das passende Material und ein Erwartungshorizont sind enthalten.

 

Mit dem Bilderbuch My two blankets arbeiten

 

Sicherheit und Schutz sind für viele Flüchtende die Hauptgründe, ihre Heimat zu verlassen. Das Bilderbuch My two blankets stellt die Bedeutung von Sprache und Freundschaft für das Gefühl von Zugehörigkeit heraus und bietet viele Möglichkeiten, sich mit den Themen Heimat, Fremde und Freundschaft etc. zu beschäftigen. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich damit auseinander, was feeling safe für sie persönlich bedeutet und gestalten dazu eine Collage aus Bildern und Texten.

 

Eine Ausstellung über das Leben in Flüchtlingslagern gestalten

 

Der Weg in eine bessere Zukunft endet für viele Geflüchtete in einem Flüchtlingslager: Von einer Übergangslösung wird die Unterkunft zu einem dauerhaften Aufenthaltsort. Doch wie lebt es sich in diesem Nirgendwo? Das erkunden die Lernenden anhand von Fotos, die Gleichaltrige in Flüchtlingslagern aufgenommen haben, und per Internet-Recherche. Sie stellen Vergleiche zu ihrem eigenen Alltag an und präsentieren ihre Eindrücke in einer Poster-Ausstellung.

 

Mit Interviews Migrationsgeschichten im eigenen Umfeld erforschen

 

Die Lernenden interviewen Menschen in ihrem persönlichen Umfeld zu deren Fluchtgeschichten. Für das  Interview entwickeln sie anhand von Modelltexten der britischen Refugee Week Leitfragen, führen die Interviews und führen ihre Ergebnisse in einem schriftlichen Porträt der interviewten Person zusammen. In diesem Prozess gibt es an verschiedenen Stellen die Notwendigkeit zur Sprachmittlung.

 

Mit einer Autobiografie Fluchtumstände eines Kindes nachvollziehen

 

Die Autobiografie The Lightless Sky erzählt von der Flucht des zwölfjährigen Jungen Gulwani Passarlay von Afghanistan nach Großbritannien – ganz auf sich allein gestellt. Beim Lesen halten die Lernenden Ursachen für und Erlebnisse während der Flucht in einer Visualisierung fest. In einer Dilemma-Diskussion wägen sie ab, ob es Alternativen für die gefährliche Flucht nach Europa gegeben hätte. Durch eine kontextualisierende Recherche setzen die Lernenden diese Lebensgeschichte in Bezug zur europäischen Flüchtlingspolitik.

 

Mediendarstellung von Geflüchteten

 

Unsere Vorstellung von Geflüchteten ist stark von der Medienberichterstattung beeinflusst. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten systematisch ein Gegenbild aus verschiedenen Sachtexten, einer Rede, Berichten von Geflüchteten und literarischen Texten wie dem Jugendroman Refugee Boy von Benjamin Zephaniah. Sie stellen Überlegungen zu Möglichkeiten der Unterstützung von Geflüchteten an. Sie äußern ihre Meinung mündlich in einem TED talk oder schriftlich in einem essay.

 

Filme und Jugendromane: Experiences of displacement

 

Today, every second person among the displaced people worldwide is a minor. That makes 30 million children and teenagers on the move. However, forced migration that involves young people is not a new phenomenon: These documentaries, short stories, young adult novels and non-fiction books tell their stories on the Kindertransport during WW2, on the long march of the Lost Boys of Sudan and in search of their mothers who left for the US to support their families.

 

Zum Weiterlesen und -surfen

 

 

Online-Materialien und Linksammlungen

 

 

Materialpakete und didaktische Handreichungen

 

 

Unterrichtsmodelle zu Flucht und Migration       

 

Vogt, Karin / Holfter, Gisela / Rasche, Holfter (Hrsg.) (2011): Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch. Heft 110. [Migration]

Wrobel, Dieter (Hrsg.) (2016): Praxis Deutsch, Heft 257. [Flucht]

Freitag-Hild, Britta (2017): „Children’s stories of migration: Gobales Lernen mit Kurzfilmen, eine Ausstellung über Fluchtgeschichten konzipieren.“ In: Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch, Heft 149 [Childhoods]: 24 – 31.

Knippertz, Daniel (2015): „Not in my backyard! Sich in einer Streitfrage zur Flüchtlingspolitik positionieren.“ In: Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch, Heft 137 [Living Democracy]: 32 – 38.

Knippertz, Daniel (2017): „A beautiful southern border wall: Eine simulierte Debatte planen, stattfinden lassen und auswerten.“  In: Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch, Heft 147 [Lebenswelten erproben: Simulationen]: 36 – 41.

Möller, Stefan (2011): „Illegal crossings: Die fiktionale Autobiographie eines Migranten verfassen.“ In: Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch, Heft 110 [Migration]: 28 – 33.

Vogt, Karin et al. (2011): „Alighting in the long Journey of life: An oral histories Migrationsprozesse untersuchen.“ In: Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch, Heft 110: 2 – 7. [Migration]


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