10. – 13. Schuljahr

Fabian Krengel

Identifying with zombies

Mit Filmprotokollen die Sympathielenkung in The Girl With All the Gifts untersuchen

Melanie, das Girl With All the Gifts, ist hochintelligent und eigentlich ganz sympathisch wenn es sie nicht ab und zu nach Menschenfleisch gelüstete denn sie ist ein Halbzombie. Ihr Tod könnte die Menschheit retten, die vor der Apokalyse steht. Welche Sympathien hegen die Zuschauer für sie und die anderen Protagonisten, und wie schaffen es die filmischen Mittel, diese zu beeinflussen? Das analysieren die Lernenden mit film response journals.

Zombiegeschichten sind eine nicht wegzudenkende Subkategorie des unter Jugendlichen sehr beliebten Horrorgenres. Sie sind, im Gegensatz zu den namensgebenden Gestalten, bis heute alive and well wie z.B. die langlebige TV-Serie The Walking Dead belegt. Der Film The Girl with All the Gifts (Kasten 1) erzählt die coming-of-age story des Halbzombie-Mädchens Melanie und geht dabei subversiv mit Elementen des Horrorgenres um.
The Girl with All the Gifts
The Girl with All the Gifts
The Girl with All the Gifts
UK 2016
Regie: Colm McCarthy
106 Minuten
Der Film spielt in der nahen Zukunft in einem postapokalyptischen Vereinigten Königreich. Die Menschheit wurde durch eine Pilzinfektion, die Menschen zu Zombies (hier: hungries) werden lässt, stark dezimiert. Während die übrigen Menschen ums Überleben kämpfen, experimentieren Wissenschaftler an second-generation hungries: Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft vom Pilz befallen wurden. Diese hybriden Lebewesen sind vor hungries immun, teilen aber deren Drang nach Menschenfleisch, wenn sie hungrig werden. Die Titelheldin Melanie ist eine besonders intelligente Vertreterin dieser Gruppe. Der Film beginnt tief in einer dunklen Militärbasis. Dort lebt Sgt. Eddie Parks, ein ruppiger Soldat, der hofft, seine schwangere Frau in der Apokalypse wiederzufinden. Er bezeichnet die Hybriden als friggin abortions. Die gefühlskalte Wissenschaftlerin Dr. Caroline Caldwell führt tödliche Experimente an ihnen durch, um ein Heilmittel zu finden. Ms Justineau, Melanies warmherzige Lehrerin, scheint als einzige Mitgefühl für die eingesperrten Kinder zu haben. Nachdem die Militärbasis von hungries überrannt wird, befinden sich die vier unweigerlich gemeinsam auf der Flucht
Internet
Zombies und die Apokalypse
In The Girl with All the Gifts hat ein geheimnisvoller Pilz einen Großteil der Menschheit in fleischfressende Zombies verwandelt, die hungries. Die zehnjährige hochintelligente Melanie ist von Geburt an zwar ebenfalls infiziert, ist aber gegen die Wirkung des Pilzes immun. Durch Experimente an ihr und Altersgenossen hofft die Wissenschaftlerin Dr. Caldwell, ein Gegenmittel für die Seuche zu finden. Als die Forschungsstation von hungries überrannt wird, wird Melanie zur einzigen Hoffnung für die Überlebenden: Ihr Tod würde die Menschheit retten. Doch Melanie ist ja auch ein Mensch, wenigstens zur Hälfte, und ein Kind. Für welche der vier Hauptfiguren Melanie, die Lehrerin Ms. Justineau, den Soldaten Sgt. Parks und die Wissenschaftlerin Dr. Caldwell möchte das Publikum überhaupt ein happy ending? Und wie könnte dieses Ende aussehen?
Nicht nur das Spannungsfeld zwischen Melanies potenzieller Opferung und ihrer facettenreichen Darstellung als neugieriges Kind mit gelegentlichem Heißhunger auf Menschenfleisch lädt die Zuschauer zum Spekulieren ein. Sie ist ein Hybrid der klassischen Horrorfilm-Figurentypen outcast, hero, final girl und villain (s.Basisartikel). Auch lernen die Zuschauer die anderen Figuren, inklusive ihrer Gefühle und Beweggründe, im Verlauf der Handlung besser kennen. Dr. Caldwell, die als einzige ein konkretes Heilmittel für die Menschheit in Aussicht stellt, steht im Film am wenigsten im Vordergrund. Suggeriert der Film also, dass die Zeit der Menschheit abgelaufen ist? Das entscheidet zumindest Melanie zum Schluss. Aber stimmen...

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