9. – 10. Schuljahr

Linda Weiland

Screamfest!

Für ein klasseninternes Filmfest eigene horror shorts drehen

Das jährlich in Los Angeles stattfindende Screamfest Horror Film Festival ist eines der bekanntesten und renommiertesten Festivals für horror shorts in den USA. Das Festival liefert den Rahmen für eine komplexe Kompetenzaufgabe, in der die Lernenden sich zunächst mit den Konventionen von Horrorfilmen anhand von horror shorts beschäftigen. Anschließend filmen sie für ein klasseninternes Screamfest einen eigenen horror short und küren den besten Beitrag mit einem audience award.

Jugendliche brauchen Horror (s.Basisartikel und Stiglegger 2011). Sie brauchen aber auch die nötige Medienkompetenz, um das Gesehene verarbeiten und einordnen zu können. So müssen sie etwa die Grenze zwischen Fiktion und Realität erkennen. Diese komplexe Kompetenzaufgabe leistet einen Beitrag dazu, diese Medienkompetenz zu schulen: Die Lernenden machen sich Konventionen von Horrorfilmen bewusst und analysieren deren filmische Mittel. Im Anschluss an die Rezeption verschiedener Horror-Kurzfilme erstellen die Lernenden selbst einen horror short und wenden die erarbeiteten Konventionen dabei an.
Einstieg
Als Einstieg sehen die Lernenden den aktuellen Trailer des Screamfest Horror Film Festival (https://bit.ly/2VJeEOx) werden, der einige Konventionen des Horrorgenres verbildlicht. In buzz groups sprechen die Lernenden über ihre Erfahrungen, ihre Vorlieben und ihr Vorwissen über das Horrorgenre:
In your groups, chat about horror movies:
  • Which horror movies do you know/ have you seen?
  • Why do you think people enjoy watching horror movies?
  • Why do you think the genre is so popular among young people?
  • If you watch horror films, how do you watch them? Alone or with friends? At home or at the movie theatre? Why?
  • Do you know any typical features of horror movies?
Sie berichten anschließend darüber im Plenum und erstellen eine Liste mit allen Horrorfilm-Konventionen, die sie bereits kennen.
Konventionen des Horrorfilms sammeln
Im Plenum sehen die Lernenden den Horror-Kurzfilm Dont look away (https://bit.ly/2IRB8I2). In diesem entdeckt ein Mädchen ein seltsames Wesen auf dem Rasen vor dem Haus (s. Bild ). Typisch ist hier der negative space (s. Basisartikel), der Raum für die Fantasie und die Ängste der Zuschauer lässt, denn das Wesen hat wahrscheinlich keine guten Absichten. Das Mädchen ruft ihren Vater an und berichtet davon. Ohne weitere Begründung schärft ihr Vater ihr ein, das Wesen im Blick zu behalten, bis er wieder zuhause sei. Was passiert, als das Mädchen die Anweisung missachtet, zeigt das zweite Bild in einer Nahaufnahme des Gesicht der Protagonistin (s. Bild ) ein weiteres typisches Mittel des Horrorfilms, das die Zuschauer ahnen lässt, was die Protagonistin noch nicht weiß. Die Lernenden haken auf der zuvor erstellen Liste diejenigen Horrorfilm-Konventionen ab, die sie im Film entdecken. Sie ergänzen weitere Stilmittel (Detect additional features the horror short uses to scare the viewers.).
Je nach Leistungsstand der Klasse ist auch ein zweimaliges viewing möglich. Hierbei wäre der Fokus des ersten Durchgangs auf der Handlung und die Überprüfung des Globalverständnisses (Who? When? Where? What? Why?). Die Analyseaufgabe würde erst als Sehauftrag für den zweiten viewing-Durchgang gestellt werden.
Die Konventionen des Genres Horrorfilm, werden im Anschluss im Plenum besprochen. Ziel hierbei ist es, eine strukturierte Sammlung von typischen filmischen Mitteln des Genres zu erstellen. Diese werden auf Karteikarten festgehalten und an der Wand als „stehendes Tafelbild gesammelt. Diese Sammlung bleibt für die Lernenden während der weiteren Unterrichtssequenz präsent und wird in den folgenden Unterrichtsschritten sukzessive erweitert. Sie dient dann in der Produktionsphase der eigenen horror shorts als Referenz und Ideenpool.
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In einer Input-Phase erarbeiten die Lernenden in Gruppen weitere...

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