8. – 13. Schuljahr

Roswitha Henseler

Set design im Horrorfilm: ein mood board erstellen

The house is a creature, the house is a monster. So beschreibt Guillermo del Toro den Schauplatz des Horrorfilms Crimson Peak (2015). Auch in der TV-Serie The Haunting of Hill House (2018) wird das Haus zum Akteur: „The house. It watches every move you make. Der Horrorfilm lebt von durchdacht inszenierten Schauplätzen, die nahendes Unheil verkünden. Nicht nur Horrorfilmfans kennen das gängige Repertoire, das vom Haus am Ende der Straße und der verlassenen Hütte im Wald bis zum Eigenheim im Vorort reicht. Räume im Horrorfilm fungieren jedoch nicht bloß als Schauplätze: Die Raumdarstellung dient dazu, die Atmosphäre zu etablieren, ein Gefühl der Bedrohung zu vermitteln, Spannung zu erzeugen und Vorausdeutungen zu machen das set design unterstützt die Dramaturgie des Films. Einen großen Einfluss auf die Wirkung hat dabei neben den unheilverkündenden Schauplätzen besonders die Licht- und Farbgestaltung.
Um ihre Filmidee zu präsentieren, lassen Filmemacher häufig mood boards anfertigen, die die Filmästhetik einfangen (s.Beispiel ). Ein mood board ist eine Materialsammlung in Form einer Collage, die einen visuellen Eindruck vom fertigen Produkt vermittelt und auch die Grundlage für den Austausch im Filmteam ist. Diese Form der Visualisierung eignet sich gut für die Beschäftigung mit genredefinierenden Schauplätzen im Horrorfilm.
Filmideen visualisieren
Die Lernenden erstellen ein mood board, das die Atmosphäre, Stimmung und die visuelle Ästhetik ihres Horrorfilms einfängt. Dabei erfassen sie die Wirkung und Symbolik von Horrorfilmsets, stellen einen Zusammenhang zwischen der Farb-, der Lichtgestaltung und der grundlegenden Atmosphäre des Films her und diskutieren folgende Fragen:
  • Wie muss das set design aussehen? Welche Farbigkeit haben Räume, Gegenstände und Kostüme?
  • Welche Lichtverhältnisse charakterisieren den Schauplatz?
  • Wie kann eine Bedrohung angekündigt werden?
Ein mood board für einen Horrorfilm kann aus vielen verschiedenen Bildern oder Materialien bestehen, die den Film als Ganzes visualisieren. Die farbige Collage kann bestückt werden mit
  • selbst geschossenen Fotos von Schauplätzen
  • Bildmaterial aus dem Netz, aus Zeitschriften oder Comics
  • selbst angefertigten Zeichnungen
  • Materialien wie Stoffe, Blätter etc.
  • Schlüsselworte (Auf die für den Horrorfilm typische Schrifttypen achten!)
Mood boards erfordern kein handwerkliches Geschick und bieten nicht nur künstlerisch interessierten Schülerinnen und Schülern eine Möglichkeit der kreativen Auseinandersetzung mit dem setting des Horrorfilms. Dabei steht es den Lernenden frei, sich Schauplätze für einen selbst ausgedachten Horrorfilm-Plot auszumalen oder auf bekannte settings in Filmen, TV-Serien oder Kurzfilmen zurückzugreifen.
Vorwissen aktivieren und Wortschatz sammeln
Zunächst wird an das Vorwissen der Lernenden angeknüpft, indem typische Schauplätze des Horrorfilms (Kasten) gesammelt und an der Tafel festgehalten oder per Smartboard visualisiert werden, z.B. an abandoned house, a remote (creepy) motel, an isolated cabin, a dark corridor at night, stairs leading to the cellar, an attic, a suburban house, Anschließend untersuchen die Lernenden anhand von Szenenfotos und Szenen ausgewählter Horrorfilme, wie eine unheimliche bedrohliche Atmosphäre erzeugt wird (s. Internetquellen am Ende des Artikels). Dies erfolgt arbeitsteilig: Die Kleingruppen sichten Filmclips auf ihren Handys (Kopfhörer!) und fixieren ihre Ergebnisse für den Austausch im Plenum. Bei Zeitknappheit arbeitet man mit im Internet verfügbaren mood boards verschiedener Horrorfilme (https://artdepartmental.com/2017/10/25/stunning-horror-films/) und leitet Merkmale und Ideen für eigene Umsetzungen ab. Geeignete Filme und Serien sind z.B. The Shining, The Haunting of Hill House, It Follows, Crimson Peak, Let the Right One In, It und viele andere mehr.
Orte des Grauens: Schauplätze im Horrorfilm...

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