10. – 13. Schuljahr

Katharina Delius

You wont win trophies with THAT attitude

Das Sportfest ist für die Protagonistin im Kurzfilm P.E (Physical Embarrassment) ein traumatisches Erlebnis: Der Sportlehrer reibt ihr gnadenlos unter die Nase, dass sie den Anforderungen dieses Leistungsvergleichs nicht genügt. Wegen einer originellen Idee wird sie schließlich disqualifiziert. Wie könnte hingegen ein faires Sportfest aussehen, das allen ermöglicht, ihre Stärken zu zeigen? Die Lernenden entwickeln ein Inklusionskonzept, das unterschiedliche Facetten von Diversität berücksichtigt und nicht nur Behinderung ausgleicht.

Inklusion und Diversität anhand des Kurzfilms P.E diskutieren
Wie müssen sich Schule und Unterricht verändern, damit Inklusion gelingt? Der gesellschaftliche Diskurs über die konkrete Umsetzung des United Nations-Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, insbesondere des Artikels 24, der das Recht auf inklusive Bildung vorschreibt, wird sehr kontrovers geführt. Lehrkräfte und Eltern von Schulkindern fühlen sich mit den politischen Entscheidungen vielfach alleingelassen. Doch damit (Fremdsprachen-)Unterricht alle Lernenden mit ihren unterschiedlichen Dispositionen und Bedürfnissen bestmöglich fördern und fordern kann, müssen alle am Bildungsprozess Beteiligten an seiner Weiterentwicklung mitarbeiten. Dazu gehört es auch, das Thema inklusive Bildung mit den Hauptakteuren der Schule den Schülerinnen und Schülern zu diskutieren, und zwar sowohl ergebnisoffen als auch zielorientiert:
  • Welche Herausforderungen, aber auch Chancen sehen die Lernenden selbst?
  • Welche Möglichkeiten erachten sie als im Unterricht umsetzbar?
  • Wie würden sie selbst gerne gefördert und gefordert werden?
In dieser Unterrichtseinheit diskutieren die Lernenden (s.Kasten) die Fragen zum Umgang mit Diversität, die der britische Kurzfilm P. E. (Physical Embarrassment) (Kasten 1) aufwirft.
Die Lerngruppe
Die Lerngruppe
Erprobt wurde der Unterrichtsvorschlag an einer Integrierten Gesamtschule in Jahrgang 11 (vor Eintritt in die Qualifikationsphase) mit 26 Lernenden mit sehr heterogenen Lernvoraussetzungen sowie verschiedenen Zielsetzungen: Während drei Lernende bereits ein Jahr im englischsprachigen Ausland verbracht hatten und so wie sieben weitere Lernende den Besuch eines Englischkurses auf erweitertem Anforderungsniveau planten, gab es andere, denen Englisch sehr schwer fiel. Dies betraf vor allem die produktiven Fähigkeiten wie Sprechen und Schreiben. Eine Schülerin mit diagnostizierter Legasthenie, die sich auch in der englischen Sprache zeigte, benötigte für Lese- und Schreibprozesse erheblich mehr Zeit und erhielt einen Nachteilsausgleich in den schriftlichen Klassenarbeiten. An den Unterrichtsgesprächen, die meist auf Englisch geführt wurden, beteiligten sich acht Lernende nie aktiv, wenn nicht direkt von der Lehrkraft angesprochen. Aus diesem Grund wurden meist Partner- oder Gruppenarbeiten geplant, die aus Lernenden mit unterschiedlichen Kompetenzniveaus zusammengesetzt wurden.
Die Gesamtschule befindet sich derzeit in einem Strukturwandel (von einer kooperativen zu einer integrativen Gesamtschule), was auch den Bereich der Inklusion betrifft. Ehemals gab es an der Gesamtschule pro Jahrgang jeweils eine Inklusionsklasse, in denen Kinder mit und ohne besonderem Förderbedarf lernten. Einzelne Lernende stammten aus solchen Klassenverbänden, die jedoch ab Klasse 10 in dieser Form nicht weitergeführt wurden. Die Erfahrungen im Umgang mit Inklusion bzw. Heterogenität waren somit vorhanden, jedoch unterschiedlich ausgeprägt.
In einem Projekt entwickeln sie ihre eigene Vorstellung von einem inklusiven Sportfest. Die Idee der Inklusion ist dabei sowohl Inhalt als auch didaktische Rahmung der Unterrichtseinheit.
1|Der Kurzfilm P.E
1|Der Kurzfilm P.E
P.E (Physical Embarrassment).
UK 2016. Regie: Rosa Fisher
Der animierte Kurzfilm P.E. begleitet ein namenloses Kind (ob...

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