11. – 13. Schuljahr

Claudia Spieler | Jana Gehlen

Whose crisis is it, anyway?

Die eigene Meinung zur Mediendarstellung von Geflüchteten in einem Essay oder einem TED talk äußern

Wir können Fremdes leichter annehmen, wenn wir Gemeinsames entdecken. Deshalb lernen die Schülerinnen und Schüler Geschichten von geflüchteten Menschen kennen, die diese als starke, kreative, eigenständige Menschen zeigen. Sie verfassen einen Vortrag (TED talk) oder Essay, in dem sie ihre erweiterte Perspektive darstellen und die Berichterstattung über die „Flüchtlingskrise kritisch reflektieren.

Flüchtlinge werden in den Medien häufig auf „ihre Rolle als Geflüchtete und Asylsuchende festgelegt (vom Orde 2016:13). Insbesondere Fotos werden nach dem Motto „Crises sell news ausgewählt und die Aufnahmen von Geflüchteten stellen diese „vorrangig als Bedrohung für die aufnehmende Gesellschaft dar (vom Orde 2016:13). Dass wir es aber nicht nur mit armen, ungebildeten und hilflosen Menschen zu tun haben, sondern Geflüchtete aufgrund besonderer Lebensumstände ein eigenständig geführtes Leben zurückgelassen haben, viele auch eine gute Schulbildung und einen Beruf, ist uns häufig kaum bewusst. „Die einseitige negative Darstellung und die Problematisierung von Flucht und Asyl können auch als Antworten auf eine weitverbreitete gesellschaftliche Unsicherheit und die Bedrohung nationaler Identitäten infolge der Globalisierung interpretiert werden (vom Orde 2016:13). Damit lässt sich die Unterrichtsreihe den Themen „Growing up, taking responsibility, „Individuals in society und „Making a difference sowie den Oberstufenthemen „Globalization, „Human dilemmas und „Modern media zuordnen. Die Schülerinnen und Schüler werden zur Stellungnahme zu einem aktuellen, gesellschaftlich relevanten Thema befähigt. Darüber hinaus kann die Unterrichtseinheit zur Entwicklung von kritischem Bewusstsein und damit zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen.
Ziele
Die Lernenden erkennen, dass Bilder, die wir von Geflüchteten haben, von der Medienberichterstattung beeinflusst sind. Sie können Implikationen des Begriffs „Flüchtlingskrise (refugee crisis) erklären und nehmen Geflüchtete als Menschen wahr und nicht nur in ihrer Rolle als Asylsuchende. Darüber hinaus überlegen sie, wie man geflüchtete Menschen unterstützen kann.
Das Thema lädt zur Meinungsäußerung und zum Austausch ein, daher steht die Sprechfertigkeit im Fokus. Auf sprachlicher und methodisch-strategischer Ebene zielt die Einheit darauf ab, dass die Lernenden ein gesellschaftlich relevantes Thema systematisch erörtern und klar Stellung nehmen können (B2). Dazu müssen sie Texte selbstständig lesen und Sachverhalte klar darstellen können (B2/C1).
Das Produkt am Ende kann je nach Lernstand oder Neigung wahlweise eine kurze schriftliche Stellungnahme, ein 5-Minuten-Vortrag, angelehnt an das Format der TED talks, oder ein Essay sein. In jedem Fall kommt es darauf an, ein komplexes Thema strukturiert zu erörtern, dabei die eigenen Standpunkte darzustellen und durch geeignete Beispiele und Begründungen zu stützen (B2/C1). Zur Vorbereitung ist es daher notwendig, sich über die Flüchtlingskrise zu informieren, konkrete Geschichten Geflüchteter kennenzulernen und sich darüber auszutauschen. Hierzu eignet sich die Methode des Gruppenpuzzles als information gap activity. Der Ansatz bietet vielfältige Differenzierungsmöglichkeiten durch
  • das Anknüpfen an das Vorwissen und die individuellen Fragen der Lernenden an das Thema
  • Wahlmöglichkeiten
  • Texte mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad
  • scaffolding und Hilfen und
  • kooperative Lernformen.
Einstieg: Refugees
what comes to mind?
Um das Vorwissen der Lernenden sowie ihre Haltungen und Einstellungen zum Thema Flüchtlinge zu ergründen, werden die Lernenden dazu aufgefordert, Bilder zu diesem Thema zu suchen und mitzubringen. Der Impuls „Refugees jot down whatever words or thoughts come to mind gibt ihnen Gelegenheit, sich in die Thematik einzudenken...

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