10. – 13. Schuljahr

Astrid Acker

Seven digital deadly sins

Sich anhand einer Multimedia-Plattform mit dem eigenen digitalen Verhalten auseinandersetzen

Hochmut, Habgier, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid und Trägheit die Idee der sieben Todsünden aus dem christlichen Denken des Mittelalters hat bis heute eine große kulturelle Wirkkraft. Die digitale Plattform Seven deadly digital sins des Guardian beschäftigt sich damit, wie diese no-gos des moralischen Handelns heute auszulegen sind: Ist Geiz wirklich geil? Was bedeutet Völlerei im Zeitalter der Lebensmittelverschwendung, Hochmut vor dem Hintergrund des Markenwahns?

Wieso fotografiere ich mein Frühstück für Instagram? Wie viel Zeit sollte ich in die Verbesserung meines World of Warcraft-Avatars investieren? Warum sollte ich das neue Album meines Lieblingsstars im Laden kaufen, wenn ich es im Internet herunterladen kann? Die Online-Plattform „Seven digital deadly sins (http://sins.nfb.ca) der britischen Tageszeitung The Guardian stellt eine Verbindung der Todsünden mit unseren digitalen Medien her. Sie stellt Materialien wie Videosequenzen, blogartige Texte, Umfragen etc. zur Verfügung, anhand derer die Lernenden Gefahren oder Unarten des digitalen Zeitalters wie cyberbullying, instagramming food, illegal downloading, World of Warcraft addiction kritisch zu hinterfragen lernen. Da ein Großteil der Lernenden in ihrer Freizeit verschiedene online communities etc. nutzen, ist das Thema besonders relevant sowie motivationssteigernd. In Kleingruppen lernen sie verschiedene Aspekte kennen, diskutieren, wählen zentrale Beispiele aus und ergänzen sie durch eigene Erfahrungen, bevor sie mithilfe von Padlet.com (Kasten 1) ein digitales Plakat erstellen. Das überschaubare Informationsangebot kann durch eine Vorauswahl oder durch Vokabelhilfen an jedes Lernniveau angepasst werden, um die Gruppenarbeit zu entlasten.
1|Mit Padlet arbeiten
1|Mit Padlet arbeiten
Padlet.com ist ein Portal zur (gemeinsamen) Erstellung von sogenannten walls, auf denen man Textelemente, Videos, Bilder oder Internetlinks ausstellen kann. Eine Registrierung der Lehrkraft über eine Mailadresse genügt, um das kostenlose und sehr umfangreiche Angebot nutzen zu können. Die Erstellung einer wall ist sehr intuitiv und innerhalb weniger Minuten abgeschlossen. Sollen mehrere Personen an der Gestaltung mitwirken, können diese dafür freigeschaltet werden, ohne dass sie sich bei Padlet registrieren müssten. Anschließend kann man die walls einfach über den Internetlink mit jeder anderen Person teilen. Ein Beispiel zum Thema Cyberbullying ist hier verfügbar: https://padlet.com/astrid_a/digital_deadly_sins (Kurzlink: https://bit.ly/2wk0RlK)
Einstieg: Lebensbezug herstellen
Obwohl Jugendliche heutzutage sicherlich ad hoc wenig mit den sieben Todsünden anfangen können, ist ein Lebensweltbezug in der Einstiegsphase sehr einfach herzustellen: Which character traits do you like in a person? Which ones do you dislike? Nach einer kurzen Murmelphase können die Ideen gemeinsam an der Tafel gesammelt werden, um im Unterrichtsgespräch anschließend zu den sieben Todsünden hinzuleiten, die ebenfalls ungeliebte character traits und Handlungen beschreiben. Die Lehrkraft erläutert schließlich, dass sich die Lernenden in dieser Unterrichtsstunde mit den negativen Auswirkungen speziell von digitalen Medien beschäftigen sollen und dass hierzu das Portal „Seven digital deadly sins dienen wird. Als Abschluss des Einstiegs füllen die Lernenden den kurzen Fragebogen zu ihrer Nutzung von Social Media aus (worksheet 1 ) aus, stecken ihn in einen Umschlag und geben ihn der Lehrkraft. Am Ende der Sequenz sollen die Lernenden ihre Haltung zu modernen Medien hiermit reflektieren.
Informationen sammeln
Die Lernenden werden nun in sieben Kleingruppen je eine für jede Todsünde eingeteilt. Bevor die Gruppen das Informationsportal sichten, sollen sie brainstormen, welche Aspekte zu ihrer digitalen Todsünde gehören könnten. Zu...

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